Alles beginnt mit einem Traum ...
Unser Interesse wurde durch einen Bericht über die „Gamines“
(die Straßenkinder in Bogotá/Kolumbien) geweckt. Ich (Peter) war
in dieser Zeit auf einem „Sozialen Trip“. Mir war es wichtig, dass Kindern
geholfen wird. So nahm ich mir vor, nach meiner Ausbildung nach
Südamerika zu gehen, um dort eine Arbeit unter Straßenkindern
anzufangen. Da ich gelesen hatte, dass die „Gamines“ die Straße dem
Heim vorzogen, lag es für mich nahe, eine Rehabilitation der Kinder
soweit als möglich von städtischen Zentren entfernt aufs Land zu
verlagern. Der Vorteil dabei ist, dass die Kinder nicht sofort wieder in
ihrem alt gewohnten Milieu, der Straße, eintauchen können. Ich träumte
davon Kindern ein Zuhause und eine bessere Zukunft zu geben. Die
Gesellschaft sollte durch diese Arbeit geändert und verbessert werden.
In diesem Zusammenhang fiel mir ein Bericht über den bolivianischen
Revolutionär „Che Gevara“ in die Hände. Darin war zu lesen, dass dieser
Mann gesagt hätte: „Wenn du ein System oder die Gesellschaft ändern
willst, musst du das Herz des Menschen ändern.“ Da ich wusste, wer dazu
in der Lage ist, war für mich mein weiterer Weg klar. Nicht Sozialismus
und auch nicht der Kommunismus sind in der Lage das Herz des Menschen
zu ändern, sondern nach meiner persönlichen Erfahrung einzig und allein
Jesus Christus. Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz die Schuld
aller Menschen gelöscht. Die Menschen müssen diese Tatsache nur für
sich in Anspruch nehmen. Dadurch sind sie wieder frei, wie jemand, der
wegen einer begangenen Tat begnadigt wurde. Wer das für sich in
Anspruch nimmt, der wird begreifen, dass er sein Handeln und Denken ändern muss. Daraufhin suchte ich nach Möglichkeiten, eine Bibelschule
zu besuchen. Während dieser Zeit lernte ich eine Bolivianerin - Elizabeth,
meine jetzige Frau kennen. Als uns unsere gemeinsamer Zukunft klar
wurde, überlegten wir uns was wir tun könnten. Wir hatten die Alternative
in Deutschland zu bleiben, Geld zu verdienen und ein relativ ruhiges und
sicheres Leben zu genießen.
Das konnten wir uns aber nicht vorstellen und so planten wir gemeinsam
nach Bolivien zu gehen, um bolivianischen Kindern zu helfen. Im April
1976 heirateten wir. Wir begannen davon zu träumen, Kindern eine
Zukunft in einer richtigen Familie zu geben. Träumten auch davon, Kinder
in einer Tagesstätte unterzubringen, damit sie nicht auf der Straße landen
und die Eltern arbeiten gehen können. Der Traum wurde Wirklichkeit, als
ich schon aufgeben wollte, anfing zu zweifeln und nicht mehr an eine
Realisierung unserer Träume glauben wollte. Dann im Januar 1988 wagten
wir doch den Schritt ins Ungewisse. Zusammen mit unseren beiden
heranwachsenden Töchtern Débora und Miriam zogen wir nach La Paz in
Bolivien. Aus finanziellen Gründen mussten wir für ein Jahr nach
Deutschland zurück. Im September 1991 zogen wir wieder nach La Paz.
Danach ebneten wir den Weg, um im Januar 1992 nach Santa Cruz
umzuziehen.
Es war nicht einfach die bolivianischen Behörden von der Notwendigkeit
unseres Projektes zu überzeugen. Wir mussten insgesamt 4 Jahre warten,
bis wir die offizielle Genehmigung zur Aufnahme von Kindern bekamen.
Trotzdem bekamen wir die ersten Kinder erst ein Jahr später,
Ende August 1993. Seitdem haben sieben Kinder neben unseren beiden
eigenen Töchtern in uns Eltern gefunden. Weitere 23 Kinder kamen durch
unseren Einfluss in anderen Familien unter. Wir haben aber auch
Rückschläge erlebt dadurch, dass wir keine Eltern für neue Kinder fanden.
Oft fehlten auch finanzielle Mittel. Trotz vieler Engpässe konnten wir im
Oktober 2001 eine weitere Familie ins Projekt integrieren. Inzwischen
konnte diese Familie neben den 4 eigenen Kindern noch zwei weitere
Kinder aufnehmen. Weitere werden in diesem Jahr dazukommen.
Im Jahr 2000 konnte ein Kinderhort für 30 Kinder eröffnet werden,
der inzwischen auf 45 Kinderplätze erweitert wurde.
Zu dem Kinderhort sind noch eine Bäckerei und eine eigene
Milchproduktion hinzugekommen, durch die wir zu einem kleinen Teil
unsere Lebensunterhaltskosten bestreiten.
Und so ist unserer Traum Stück für Stück war geworden, in dem Masse
wie wir gehorsam auf Gott gehört haben und nicht unseren Plan sondern
seinen Plan ausgeführt haben.
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